Schatten

Wie ein Traum erscheint mir die Welt. Ich

erwache in der Nacht, mit ausgestreckter

Hand. Mein Herz schläft

am Tag und schreit

in der Nacht.

Was nützt mir jetzt die Sonne

beim Sonnenuntergang?

Die Angst sitzt im Bauch

und kann nicht begreiflich

gemacht und somit bestimmt werden,

die Ursachen können nicht bekämpft werden.

Angst läßt sich nur kurzweilig verdrängen.

Unabhängig von Gedanken, ohne Beziehung

zur Situation bemächtigt sie sich des Bauches,

lähmt, beherrscht den Körper.

Ich rase dir hinterher,

in endlosen

Stunden, Traumwelt, fange ich dich ein,

halte dich fest, dringe in dich und lasse

mich leben.

Mein Leben;

frei von Schuld; pflichtenlos

bin ich dem Traum überlassen und schaue

mir zu. Oder du ergreifst mich, saugst mich

ein und zwingst

mich zu leben.

Rasender, vernichtender Sturm

du entwurzelst die Schwachen

und auch die Zarten.

Einige hast du gebrochen

und ihre Stümpfe lassen die Wurzel

in der Erde verkümmern. Welches Blühen

hast du verhindert, welches Leben

wird jetzt gedeihen?“

Ich sehe kein Licht.

Die Dunkelheit

läßt die Schatten tanzen,

die Einsamkeit lädt mich zum Tanz.

Lautlose Musik ertönt. Schatten winden sich,

können sich nicht berühren.

Mit dem ersten Sonnenstrahl

werde ich schreien.

Nicht alle Menschen

erinnern sich ihrer Träume.  

Schatten erscheint nicht

Nebel

Weiter gehen Schritt für Schritt, nicht zu weit,

geradezu auf ein Ziel. Die Vergangenheit ist tot,

die Gegenwart wird morgen Vergangenheit sein.

Nur die Zukunft lebt. Was heute geschieht, soll

morgen vergessen sein, denn nur was kommt ist

wichtig. Träume werden nicht erfüllt, wenn sie

aus der Vergangenheit kommen.

Nur die Zukunft ist realisierbar,

von ihr kann man

träumen.

Träume der Zukunft können aus der

Vergangenheit kommen.

Träumen,

was nicht geschehen ist,

nicht geschehen wird. Zukunft erträumt,

ohne Angst vor Enttäuschung. Man erwacht,

lebt die Zukunft nicht als Traum, als Alltag.

Träume, die man nicht zu erfüllen sucht,

nicht erhofft,

nicht lebt.

Die Vergangenheit verfolgt, bis man

vergessen will.

Jeden Tag hüllt

der Nebel Wunden ein,

jeden Morgen betupfen Wassertropfen

die offenen Verletzungen, lindern den Schmerz,

noch lang, wie lang? bis sich die Wunden

schließen. Welchen Schmerz verbirgt

der barmherzige Nebel!

Ein Wort

und es ist ausgelöscht

Ein Ort

und es ist immer da

Der Traum

Er ist mild und weich, verläßlich;

auch morgen wird er kommen. Der größte

Zweig ist abgetrennt, damit der Baum nicht

stürzt. Er schrie seinen Schmerz, suchte

seine Qual, opferte einen Arm um seine Wurzeln

zu behalten. Auch wenn er noch so sehr sich in die Lüfte

schwingen wollte, hin zur Sonne, seinen Wurzeln

entfliehen wollte, er wäre doch nur zu Boden

gestürzt, zu schwer und er haßt seine Wurzeln

und verdankt ihnen

sein Leben.

Da steht er nun, der blätterlose, erbärmliche,

mit seiner nässenden Wunde, träumt noch

vom Fliegen,

beklagt seine Wurzeln,

streckt stöhnend seinen Armstumpf

in den Nebel, wimmert und weiß doch,

daß er Baum bleiben muß, daß er Baum

bleiben will. Schreiend verlangt er sein Leben,

wählt den Schmerz und nicht den Tod, liebt

den Nebel und fürchtet nun die Sonne,

die in seine Wunde sticht. Oder wollte er

doch lieber zu Boden

stürzen,

einmal

fliegen, wenn auch nur in den Tod?

Auch schwere

Wunden verheilen

und man erinnert sich ihrer später nur selten,

wenn man zufällig die Narben ansieht.

Sie können keinen Schmerz

verursachen.

Im Traum ist alles erlaubt.

 

Erwachen?

Ein Schatten, nicht greifbar, bewegt sich geräuschlos.

Ist ganz nah, ist verschwunden. Ich seh ihn nicht mehr,

kann ihn nicht spüren. Ich weiß er war da, dieser Schatten,

und doch erinnere ich mich nicht und suche.

Irgendwo will ich ihn finden,

irgendwo existiert er,

nicht für mich.

Kann ich ihn finden,

ist er mein für einen Augenblick.

 

Suchen muß ich in mir, nicht weiter.

Hab ich empfangen diese Kraft, die mich geweckt,

muß ich nach vorn schauen, nicht zurück.

Ich spüre wieder die Wärme. Sie ist in mir,

sie bleibt in mir, bereichert meine Seele,

macht mich stark. Ich habe nichts gegeben

und doch möchte ich,

daß meine Wärme

auch dich begleitet.   

Du lebst in mir, du bleibst

in mir, du bist mein Leben.

Du bist neben mir, ich laufe

mit dir, ich lebe mit dir.

Du bist meine Hoffnung,

du bist mein Traum.

Mein Schweigen

ist so laut – wie gebrüllte Worte.

Es dringt so tief in dich – wie ein Liebespfeil.

Es ist so stark – wie die Umarmung.

Es hält so lange an – wie

eine Liebe

hält.

Wind bläst durch die Baumkrone. Ich lausche

dem einzigartigen Rauschen deiner Blätter und

der Wind bläst Rauschen und Duft durch

meinen Leib, aus dem sich Wasser ergießt.

Wellen schlagen hoch, wiegen mich. Ich bin

ein Blatt des Baumes, eine Welle des Meeres,

ein zärtliches Rauschen, vom Wind bewegt.y

Es gibt

eine Quelle,

einen Fluß,

ein Meer.

Es gibt eine Sonne,

einen Mond.

Es gibt einen Weg.

Einzig ist, was einzig ist.

Der Blitz traf die Bergkuppe,

der Donner erschütterte das Gebirge,

weckte mich aus dem Schlaf wie aus dem Tod.

Furcht und Freude erwachen mit dem Tag.

Ich stehe an der Quelle,

wenn die Sonne aufgeht.

Ein Traum

vergeht am Morgen.

*

Mein Traum, ich halt dich fest.

Nicht alle Menschen

erinnern sich ihrer Träume.

Im Traum ist alles erlaubt.

Ein Traum

vergeht am Morgen.

Mein Traum,

ich halt dich fest.

*

Eigene Webseite von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!